35 Jahre wohnfitz
Erfolg durch Vertrauen, Weiterempfehlung und Service
Aus einem kleinen Möbelhaus ist in 35 Jahren ein regional führender Wohn- und Einrichtungspartner geworden: wohnfitz in Walldürn. Heute zählt das Familienunternehmen 140 Mitarbeiter, rund 30.000 Stammkunden, 24 Montagefahrzeuge und verkauft mehr als 1.100 Küchen pro Jahr. Im Gespräch mit den FN erklärt der Geschäftsführer Wolfram Fitz, warum für ihn Vertrauen, Service und Kundenzufriedenheit die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind.

Herr Fitz, wer sich rundum zuhause fühlen möchte in seinen vier Wänden, und dafür noch das ein oder andere Möbelstück sucht, ist hier genau richtig. Wie viele Bürger aus Walldürn und Umgebung kaufen denn tatsächlich hier ihre Möbel ein?
Wolfram Fitz: Wir haben rund 30.000 Stammkunden, viele kommen aus Walldürn und der Region. Für Montagen sind wir dennoch auch mal eine Stunde oder länger unterwegs. 50 Kilometer und mehr sind nichts Außergewöhnliches. Viele Kunden kommen über die persönliche Empfehlung zu uns. Das ist bis heute unser wichtigstes Marketinginstrument. Ein zufriedener Kunde erzählt im Freundes-, Familien- oder Arbeitskollegenkreis von seinen Erfahrungen mit uns. So entsteht Vertrauen und nicht selten daraus auch der nächste Auftrag.
Wie würden Sie die wirtschaftliche Situation von Wohnfitz aktuell beschreiben?
Wolfram Fitz: Uns ist es viele Jahre wirklich gut gegangen. Wir haben ordentlich gearbeitet, kontinuierlich investiert und uns stetig weiterentwickelt. Aber man muss klar sagen: Die Rahmenbedingungen sind deutlich anspruchsvoller geworden. Unser Land befindet sich in einer Wirtschaftskrise. Dementsprechend spürt auch die Möbelbranche seit längerer Zeit eine deutliche Kaufzurückhaltung. Viele Haushalte haben in der Pandemie größere Anschaffungen vorgezogen. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungs- und Energiekosten deutlich gestiegen. Deshalb wird heute stärker auf den Preis geachtet und Kaufentscheidungen werden bewusster getroffen als noch vor einigen Jahren.
Wie hat sich das Kaufverhalten der Kunden in den vergangenen Jahren verändert?
Wolfram Fitz: Deutlich. Während Corona und in der Niedrigzinsphase wurde viel in die eigenen vier Wände investiert. Die Branche hat damals geboomt. Gleichzeitig wurden aber auch Käufe vorgezogen, die uns heute fehlen. Aktuell merken wir, dass die Kunden genauer hinschauen, mehr vergleichen und sich deutlich stärker an ihrem Budget orientieren.
Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
Wolfram Fitz: Lebensmittel, Tanken, Urlaub, vieles ist deutlich teurer geworden. Das spüren wir jeden Monat im Geldbeutel, wenn die laufenden Kosten steigen. Dann überlegt man sich natürlich genau, ob man bei seiner Investition zur hochwertigen Ausführung greift oder zur etwas günstigeren Alternative.
Merken Sie also eine wirtschaftliche Unsicherheit bei der Nachfrage nach Möbeln?
Wolfram Fitz: Ja, natürlich merken wir das. Nicht so, dass keiner mehr etwas kauft, aber die Kunden überlegen länger, sie vergleichen mehr und orientieren sich stärker an ihrem Budget. Besonders stark trifft’s aus meiner Sicht die Anbieter im Preiseinstieg, also die klassischen Mitnahmemärkte. Da wird leichter gesagt: die Couch tut es noch ein Jahr. In unserem Segment, im mittleren bis gehobenen Bereich, ist die Nachfrage derzeit noch etwas stabiler.
Wie kann solch ein Möbelhaus in Zeiten von IKEA und Internet-Möbelanbietern standhalten?
Wolfram Fitz: Indem wir nicht versuchen, IKEA zu sein. IKEA ist in seinem Segment cool, macht vieles richtig, und natürlich kaufen auch unsere Kunden dort ein. Aber unser Geschäft ist ein anderes. Wenn einer eine Küche plant oder eine Sonderanfertigung braucht, dann sucht er einen Ansprechpartner, der sich kümmert. Und genau das bekommt er bei uns. Mit unseren eigenen Fachkräften können wir den Ausbau der alten Küche, Bodenarbeiten, Trockenbau und die komplette Montage übernehmen. Das können heute nur noch wenige aus einer Hand leisten und koordinieren. Und genau darin liegt unsere Stärke.
Wie wichtig ist für ein regionales Möbelhaus heute noch die persönliche Beratung?
Wolfram Fitz: Enorm wichtig. Gerade weil Möbel und Küchen Investitionen für viele Jahre sind. Da geht’s nicht um einen Spontankauf, sondern um Lösungen, die langfristig passen müssen. Ich sage immer: Unsere Verkäufer sind heute weit mehr als Verkäufer. Sie sind Berater, Planer und Projektmanager zugleich. Sie begleiten den Kunden von der ersten Idee bis zur fertigen Umsetzung und sind auch lange nach dem Kauf noch Ansprechpartner. Genau das schafft Vertrauen.
Was macht Wohnfitz heute mehr als ein klassisches Möbelhaus?
Wolfram Fitz: Wir verkaufen nicht nur Möbel und Küchen. Wir bieten umfassende Dienstleistungen rund ums Zuhause: Dazu gehören unsere hauseigene Schreinerei für Sonderanfertigungen wie z.B. ein begehbarer Kleiderschrank und Nischenlösungen, unser Innenausbau mit Innentüren und Bodenbelägen, unsere Raumausstattung, unser Elektrokundendienst und vieles mehr. Das ist unser ganzheitlicher Ansatz. Ich glaube, genau das schätzen unsere Kunden. Sie möchten nicht zahlreiche Handwerker koordinieren, sondern einen Ansprechpartner haben, der sich um alles kümmert.
Wohnfitz wirkt auf den ersten Blick ziemlich teuer. Wie begegnen Sie dem?
Wolfram Fitz: Unsere Ausstellung kann auf den ersten Blick durchaus den Eindruck vermitteln, dass wohnfitz teuer ist. Wir investieren jedoch bewusst regelmäßig in unsere Wohn- und Küchenkonzepte, um unseren Kunden stets aktuelle Inspirationen und die neuesten Einrichtungstrends präsentieren zu können. Mit unserer modernen Ausstellung möchten uns damit ganz bewusst von Marktbegleitern unterscheiden. Dabei finden wir passende Lösungen für unterschiedliche Budgets. Jeder Kunde soll sich bei uns wie in seinem eigenen Zuhause wohlfühlen und zuhause sein. Genau dafür steht unser Slogan „Wir sind zuhause.“. Wenn unsere Kunden die Möglichkeit haben, Gleiches mit Gleichem zu vergleichen, müssen wir den Vergleich nicht scheuen. Dann zeigt sich, dass Preis, Qualität, Beratung und Service bei uns sehr gut zusammenpassen. Wir kaufen auch nicht allein ein. Hinter uns steht eine große Einkaufsgemeinschaft mit über 500 Anschlusshäusern. Deshalb wissen wir, dass wir auch preislich absolut wettbewerbsfähig sind.
Wir setzen aber nicht auf Rabattspielchen, sondern sprechen Klartext. Transparente Preisgestaltung, Ehrlichkeit und Fairness – das ist unser Weg.
Welche Rolle spielen Preissteigerungen, Energie- und Personalkosten aktuell für Ihr Unternehmen?
Wolfram Fitz: Eine große Rolle. Wir haben höhere Personalkosten als mancher Marktbegleiter, aber das ist bewusst so. Der Service kommt nicht von allein. Gleichzeitig sind Energie-, Material- und Betriebskosten deutlich gestiegen. Deshalb müssen wir überall sauber rechnen. Ich schaue mir in allen Bereichen an: Was ergibt Sinn? Wo können wir effizienter werden? Und wo kann ich sparen, ohne bei Qualität und Service Abstriche zu machen?
Können Sie dafür konkrete Beispiele nennen?
Wolfram Fitz: Zum Beispiel bei den Ausliefer-Fahrzeugen. Wir haben das ganz genau durchgerechnet. Wenn ich ein Fahrzeug kaufe und über die Laufzeit rechne, bin ich günstiger unterwegs als mit Leasing. Durch feste Serviceverträge sind Wartungen und Reparaturen besser kalkulierbar. Das klingt vielleicht nicht spektakulär, aber in der Summe machen genau solche Entscheidungen den Unterschied.
Welche Rolle spielen Energie und Nachhaltigkeit für die wirtschaftliche Zukunft von Wohnfitz?
Wolfram Fitz: Eine sehr große. Wir haben 600 kWp Photovoltaik auf dem Dach und einen leistungsstarken 800-kW-Batteriespeicher. Das machen wir vor allem um unabhängiger von steigenden Energiepreisen zu werden. An ca. 200 Tagen im Jahr sind wir vollständig autark. Dadurch können wir beispielsweise unsere Klimaanlage nahezu kostenneutral betreiben und schaffen ein angenehmes Umfeld für unsere Kunden und Mitarbeiter. Und wenn ich den Strom, den ich tagsüber produziere, noch speichern kann, dann spart mir das bares Geld. Wir haben zudem vier Schnellladestationen, an denen die Kunden ihr Auto während des Aufenthalts bei uns im Haus laden können. Im Bereich Auslieferung ist E-Mobilität für uns, aktuell jedoch nur bedingt praktikabel. Nicht alles, was auf dem Papier gut klingt, funktioniert im Alltag eines Möbelhauses.
Social Media und Trends – wie stark beeinflussen solche Themen das Geschäft?
Wolfram Fitz: Du musst mit der Zeit gehen. Ich sage immer: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das betrifft zum einen die Wohntrends. Die Küche ist heute viel stärker Mittelpunkt des Hauses als früher. Wohnen, Essen, Arbeiten, Hauswirtschaft gehen zunehmend ineinander über. Deshalb haben wir unser Küchenstudio auch umgebaut, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Zum anderen betrifft’s die Werbung. Social Media und eigene Inhalte spielen heute eine wichtige Rolle. Aber das kostet natürlich Zeit und Manpower.
Was machen Sie in Sachen Marketing anders als früher?
Wolfram Fitz: Früher haben wir viele Marketingaktivitäten über externe Agenturen umgesetzt. Heute machen wir alles selbst im Haus. Prospekte, Fotos, Videos, Social Media, das entsteht alles in unserer eigenen Marketingabteilung. Das hat den Vorteil, dass wir authentisch zeigen können, wie es bei uns aussieht, was wir machen und wie wir ticken.
Aber am Ende sage ich trotzdem: Vertrauen kann man nicht mit Werbung kaufen. Das muss man sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg erarbeiten. Die wertvollste und für uns wichtigste Werbung bleibt die Weiterempfehlung zufriedener Kunden.
Was sind die Herausforderungen eines solchen Möbelhauses?
Wolfram Fitz: Für mich ist das größte Thema ganz klar: die Mitarbeiter. Die richtigen Kollegen zu bekommen, wird immer schwieriger. Im Handwerk, in der Montage, im Lager, aber auch im Verkauf und in der Verwaltung. Wir brauchen Mitarbeiter im Team, die nicht nur fachlich gut sind, sondern die auch unsere Werte vertreten.
Hat das auch wirtschaftliche Folgen?
Wolfram Fitz: Natürlich. Wenn wir Aufträge haben, brauchen wir auch die richtigen Mitarbeiter, die diese in der gewohnten Qualität abwickeln. Sonst entstehen Engpässe. Aktuell ist die größere Herausforderung für uns aber nicht unbedingt die Auftragslage, sondern die richtigen Fachkräfte überhaupt zu finden.
Mit welchem Konzept wollen Sie Wohnfitz auch in den kommenden Jahren wirtschaftlich erfolgreich aufstellen?
Wolfram Fitz: Mit dem, was uns in den letzten 35 Jahren erfolgreich gemacht hat und indem wir uns gleichzeitig weiterentwickeln. Persönliche, ehrliche Beratung, faire und transparente Preise, hohe Servicequalität vor und nach dem Kauf, schnelle Entscheidungen, klare Zuständigkeiten und immer aus Kundensicht denken. Gleichzeitig wollen wir intern die Abläufe weiter verschlanken, Digitalisierung sinnvoll nutzen und trotzdem das Familiäre bewahren. Wichtig ist uns auch unabhängig zu bleiben. Ich möchte nicht, dass uns ein Einkaufsverband oder die Hersteller vorgeben, was wir auszustellen und wie wir Werbung zu machen haben. Wir treffen unsere Entscheidungen für unsere Kunden und unsere Region.
Spielt dabei auch die Rolle als Arbeitgeber und regionaler Partner eine wirtschaftliche Rolle?
Wolfram Fitz: Ja, natürlich. Unser Erfolg basiert nicht allein auf guten Möbeln, sondern vor allem auf Vertrauen. Und das Vertrauen haben wir uns über 35 Jahre in der Region erarbeitet – als Familienunternehmen, als Arbeitgeber, als Ausbildungsbetrieb und als Partner für Vereine und soziale Einrichtungen. Wir sind regional verwurzelt und das ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Die Leute kennen uns, sie wissen, wie wir ticken, und viele begleiten uns über Generationen hinweg.
Wie blicken Sie trotz aller Herausforderungen in die Zukunft?
Wolfram Fitz: Wenn ich nicht grundsätzlich optimistisch in die Zukunft blicken würde, dann würde ich die Nachfolge meines Sohnes Maximilian gar nicht anstoßen. Natürlich ist unsere Branche im Wandel. Digitalisierung, Fachkräftemangel und ein verändertes Kaufverhalten beschäftigen uns jeden Tag. Aber ich sehe darin nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen. Die Menschen werden immer Wert auf ein schönes Zuhause legen. Wohntrends ändern sich, Technik entwickelt sich weiter, aber der Wunsch nach Lebensqualität und Wohlfühlen und einem Zuhause, das zu den eigenen Bedürfnissen passt, bleibt. Und genau dafür stehen wir.
Was tun Sie, dass Sie auch in zehn Jahren noch erfolgreich sind?
Wolfram Fitz: Aus Kundensicht denken und nicht glauben, man habe schon alles verstanden. Sondern immer wieder hinterfragen: Was braucht der Kunde heute? Was erwartet er morgen? Wo müssen wir schneller und besser werden? Gleichzeitig müssen wir bereit sein, in Menschen, Technik, Energie, unsere Ausstellung und unsere Abläufe zu investieren. Denn wenn wir stehen bleiben, sind wir irgendwann weg.
Abschließend möchte ich zum 35-jährigen Jubiläum vor allem eines sagen:
DANKE für 35 Jahre Vertrauen. Ein herzliches Dankeschön an alle Kollegen sowie Kunden, die Teil dieser Geschichte sind und wohnfitz zu dem gemacht haben, was es heute ist. Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.
